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Warum Nachhilfe gerade in lernfreien Zeiten sinnvoll sein kann!

Autorenbild: Team SchoolsOut
Team SchoolsOut
vor 10 Minuten
5 Min. Lesezeit

Ferien sind zum Erholen da – aber Lernen muss deshalb nicht vollständig stillstehen

Ferien bedeuten für Kinder und Jugendliche zunächst einmal etwas Wichtiges: ausschlafen, abschalten, Freunde treffen und Abstand vom Schulalltag gewinnen. Diese Erholung sollte nicht durch einen zweiten Stundenplan ersetzt werden.

Gleichzeitig bieten Ferien und andere lernfreie Zeiten eine besondere Chance: Lernen kann ohne den täglichen Druck durch Hausaufgaben, Klassenarbeiten und neue Unterrichtsinhalte stattfinden.

Gerade Schülerinnen und Schüler, die während des Schuljahres Lernlücken aufgebaut haben, können davon profitieren. Statt gleichzeitig neuen Stoff verstehen und alte Defizite aufarbeiten zu müssen, lässt sich die freie Zeit gezielt für Grundlagen nutzen.

Und dafür gibt es wissenschaftliche Argumente.

Der sogenannte „Summer Learning Loss“

Bereits eine viel zitierte Metaanalyse von Cooper und Kollegen untersuchte 39 Studien zu den Auswirkungen der Sommerferien auf schulische Leistungen. Die Forscher fanden im Durchschnitt einen Rückgang der gemessenen Leistungen über die Sommerferien. In der damaligen Metaanalyse entsprach dieser ungefähr einem Monat schulischer Lernentwicklung; besonders deutlich waren die Effekte unter anderem im Bereich Mathematik.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Kind in den Ferien automatisch einen Monat Wissen „verliert“. Solche Werte sind Durchschnittseffekte aus bestimmten untersuchten Populationen und Zeiträumen.

Die wichtige Erkenntnis für die Praxis lautet vielmehr: Wissen und Fertigkeiten, die längere Zeit nicht abgerufen oder angewendet werden, können weniger sicher verfügbar werden.

Besonders problematisch kann dies sein, wenn bereits vor den Ferien Grundlagen fehlen. Denn Mathematik, Rechtschreibung, Fremdsprachen und viele andere Schulfächer bauen systematisch auf bereits erworbenem Wissen auf.

Regelmäßig statt stundenlang: Der Spacing-Effekt

Interessant ist außerdem, wie gelernt wird.

Eine große Forschungsübersicht von Cepeda und Kollegen wertete 317 Experimente mit insgesamt 839 Untersuchungen zum verteilten Lernen aus. Die Ergebnisse unterstützen den sogenannten Spacing Effect: Lerninhalte werden langfristig besser behalten, wenn Lernphasen zeitlich verteilt werden, statt dieselbe Lernzeit in wenige lange Einheiten zu packen.

Für die Ferien bedeutet das:

Nicht täglich stundenlang lernen – sondern gezielt, regelmäßig und in überschaubaren Einheiten.

Eine gut geplante Förderung kann deshalb beispielsweise einzelne Termine pro Woche nutzen, während der überwiegende Teil der Ferien tatsächlich Ferien bleibt.

Nur noch einmal lesen reicht häufig nicht

Ein weiterer gut untersuchter Mechanismus ist Retrieval Practice, also das aktive Abrufen von Wissen.

Roediger und Karpicke zeigten in Experimenten mit lernrelevanten Texten, dass wiederholtes Abrufen des Gelernten bei späteren Tests zu einer besseren langfristigen Behaltensleistung führen konnte als bloßes wiederholtes Lesen.

Für Nachhilfe ist das besonders interessant.

Ein Kind sollte eine Regel oder einen Rechenweg nicht nur erneut erklärt bekommen. Entscheidend ist, dass es zunehmend lernt, das Wissen selbstständig abzurufen und anzuwenden.

Eine Ferienförderung kann deshalb beispielsweise aus einer Kombination bestehen aus:

Diagnose → Erklärung → Übung → eigenständigem Abrufen → Wiederholung mit zeitlichem Abstand.

So wird aus „Ich habe es schon einmal gesehen“ zunehmend „Ich kann es selbst.“

Was sagt die Forschung zu Unterricht in den Ferien?

Auch hierzu gibt es Untersuchungen.

Die britische Education Endowment Foundation (EEF) fasst aktuell 69 Studien zu Summer Schools zusammen. Im Durchschnitt zeigten entsprechende Programme einen positiven Effekt. Besonders wirksam waren Angebote mit einem klaren akademischen Schwerpunkt sowie Kleingruppen- oder Einzelunterricht. Gleichzeitig bewertet die EEF die Sicherheit dieser Evidenz als niedrig, unter anderem weil ein großer Anteil der Studien keine randomisierten kontrollierten Studien waren.

Das ist eine wichtige Einschränkung: Man sollte aus diesen Daten nicht ableiten, dass möglichst viel Ferienunterricht automatisch zu möglichst großen Lernerfolgen führt.

Vielmehr sprechen die Ergebnisse dafür, gezielte und qualitativ gute Förderung einzusetzen.

Nachhilfe selbst ist wissenschaftlich gut untersucht

Noch breiter ist die Evidenz zum Tutoring.

Nickow, Oreopoulos und Quan untersuchten in einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse experimentelle Studien zu Nachhilfeprogrammen im Vorschul- und Schulbereich. Sie fanden über die untersuchten Programme hinweg einen deutlichen positiven durchschnittlichen Effekt auf Lernergebnisse (0,37 Standardabweichungen).

Dabei ist natürlich auch hier wichtig: Nicht jedes Nachhilfeangebot wirkt automatisch gleich gut. Qualität, Intensität, Gruppengröße, Ausgangslage des Kindes und Gestaltung der Förderung spielen eine Rolle.

Warum Ferien für Kinder mit Lernlücken besonders interessant sein können

Während der Schulzeit entsteht häufig ein Kreislauf:

Ein Kind hat eine Wissenslücke. Gleichzeitig behandelt die Schule bereits das nächste Thema. Das neue Thema setzt aber das alte Wissen voraus.

Dadurch muss das Kind gleichzeitig aufholen und mithalten.

Genau dieser zusätzliche Druck fällt in den Ferien weitgehend weg.

Deshalb können lernfreie Zeiten genutzt werden, um gezielt zu fragen:

Wo steht das Kind tatsächlich? Welche Grundlagen fehlen? Was sitzt bereits sicher? Und welche wenigen Bereiche müssen zunächst aufgearbeitet werden?

Das kann insbesondere bei Schwierigkeiten in Mathematik, Lesen, Rechtschreibung oder Fremdsprachen hilfreich sein.

Bei LRS und Dyskalkulie ist Kontinuität besonders interessant

Bei einer gezielten Förderung von Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie geht es nicht darum, möglichst viele Arbeitsblätter abzuarbeiten.

Wichtiger sind individuelle Ausgangslage, systematischer Aufbau und regelmäßiges Üben.

Längere lernfreie Zeiten können deshalb eine Gelegenheit sein, Förderung fortzuführen oder gezielt an grundlegenden Fertigkeiten zu arbeiten – ohne gleichzeitig jeden Nachmittag noch Hausaufgaben für mehrere andere Schulfächer erledigen zu müssen.

Ferienunterricht sollte kein Ferienkiller sein

Das ist für uns bei SchoolsOut ein entscheidender Punkt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum verteilten Lernen sprechen gerade nicht dafür, Kinder in den Ferien jeden Tag mehrere Stunden an den Schreibtisch zu setzen.

Unser Ansatz lautet deshalb:

So viel Förderung wie nötig – so viel Ferien wie möglich.

Ein überschaubarer Termin kann reichen, um Lerninhalte zu aktivieren, Grundlagen aufzuarbeiten und anschließend wieder mehrere freie Tage zu haben.

Damit bleiben Ferien Ferien.

Mit einem besseren Gefühl zurück in die Schule

Der vielleicht größte praktische Vorteil liegt bereits vor dem ersten Schultag.

Statt nach mehreren Wochen festzustellen:

„Ich weiß gar nicht mehr, wie das ging.“

kann ein Kind mit dem Gefühl starten:

„Das habe ich verstanden. Das kann ich.“

Genau darum sollte es bei guter Ferienförderung gehen: nicht möglichst viel Stoff vorwegzunehmen, sondern Grundlagen zu stabilisieren, vorhandene Lücken gezielt zu bearbeiten und einen möglichst sicheren Einstieg in die nächste Lernphase vorzubereiten.

SchoolsOut – Lernen, wenn der Kopf dafür frei ist

Bei SchoolsOut – Profi-Nachhilfe & mehr nutzen wir deshalb auch lernfreie Zeiten für gezielte Förderung.

Ob Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch, Physik, Chemie, DaZ/DaF, Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie: Entscheidend ist nicht die Menge der Aufgaben, sondern eine Förderung, die zur individuellen Ausgangslage des Kindes passt.

Ferien und Lernen sind keine Gegensätze. Richtig dosiert können gerade die ruhigen Wochen eine gute Gelegenheit sein, Grundlagen zu festigen und mit mehr Sicherheit wieder in die Schule zu starten.

📍 SchoolsOut – Profi-Nachhilfe & mehr


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Nur Ihr Kind zählt. ❤️

Wissenschaftliche Grundlagen

Cooper et al. (1996), The Effects of Summer Vacation on Achievement Test Scores, Review of Educational Research. Studie bei SAGE⁠

Cepeda et al. (2006), Distributed Practice in Verbal Recall Tasks, Psychological Bulletin. Studie bei PubMed⁠

Roediger & Karpicke (2006), Test-Enhanced Learning, Psychological Science. Studie bei Psychological Science⁠

Nickow, Oreopoulos & Quan (2020), The Impressive Effects of Tutoring on PreK-12 Learning. Metaanalyse beim NBER⁠

Education Endowment Foundation, Summer Schools, Evidenzübersicht, zuletzt aktualisiert Mai 2025. EEF Teaching and Learning Toolkit⁠

 
 
 

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