Hausaufgaben ohne Hausfriedensbruch – Teil 2

Viel gelernt und trotzdem schlechte Noten? Warum mehr Lernen nicht automatisch mehr Lernerfolg bedeutet
„Aber wir haben doch gestern zwei Stunden gelernt!“
Und trotzdem kommt die nächste Klassenarbeit zurück – wieder mit einer enttäuschenden Note.
Für Eltern und Kinder ist das gleichermaßen frustrierend. Das Kind hat sich hingesetzt, Vokabeln gelernt, Mathematikaufgaben gerechnet oder den Stoff mehrfach gelesen. Trotzdem scheint in der Klassenarbeit plötzlich vieles wieder weg zu sein.
Schnell fällt dann der Satz:
„Dann musst du beim nächsten Mal eben noch mehr lernen.“
Doch genau das muss nicht die richtige Lösung sein.
Denn entscheidend ist nicht nur, wie lange ein Kind lernt – sondern wie es lernt.
Viel Lernzeit bedeutet nicht automatisch viel Lernerfolg
Eine Stunde am Schreibtisch ist zunächst einmal nur eine Stunde am Schreibtisch.
Entscheidend ist, was während dieser Zeit passiert.
Wer einen Text drei- oder viermal liest, bekommt schnell das Gefühl: „Das kenne ich doch.“ Doch Wiedererkennen ist nicht dasselbe wie selbstständiges Erinnern.
In der Klassenarbeit liegt das Schulbuch schließlich nicht daneben. Das Wissen muss aus dem Gedächtnis abgerufen und auf eine konkrete Aufgabe übertragen werden.
Deshalb sollten Eltern nach dem Lernen nicht nur fragen:
„Hast du alles durchgelesen?“
Eine viel interessantere Frage wäre:
„Kannst du mir ohne Buch erklären, was du gerade gelernt hast?“
Lesen ist nicht gleich Lernen
Aus der Lernforschung wissen wir, dass bestimmte Lernmethoden deutlich erfolgversprechender sind als andere.
Eine große wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Dunlosky und Kollegen untersuchte verschiedene verbreitete Lerntechniken. Besonders positiv wurden unter anderem Practice Testing – also das aktive Abrufen von Wissen – und Distributed Practice, das zeitlich verteilte Lernen, bewertet.
Das lässt sich ganz praktisch umsetzen.
Statt eine Vokabelliste fünfmal durchzulesen:
Liste weglegen und sich selbst abfragen.
Statt die Musterlösung einer Mathematikaufgabe immer wieder anzusehen:
Buch schließen und eine ähnliche Aufgabe selbst lösen.
Statt einen Geschichtstext mehrfach zu lesen:
Buch zuklappen und die wichtigsten Zusammenhänge mit eigenen Worten erklären.
Das Gehirn muss arbeiten.
Und genau das ist beim Lernen erwünscht.
Heute drei Stunden oder dreimal eine Stunde?
Auch hier liefert die Lernpsychologie eine interessante Antwort.
Der sogenannte Spacing-Effekt beschreibt vereinfacht, dass Lerninhalte langfristig besser behalten werden können, wenn Lernphasen über die Zeit verteilt werden, anstatt dieselbe Lernzeit in einer einzigen großen Einheit unterzubringen.
Eine umfangreiche Metaanalyse von Cepeda und Kollegen untersuchte dazu Hunderte Experimente und bestätigte den grundsätzlichen Vorteil zeitlich verteilter Wiederholungen.
Für den Familienalltag bedeutet das:
Nicht erst am Abend vor der Klassenarbeit anfangen.
Besser können mehrere überschaubare Lerneinheiten über verschiedene Tage hinweg sein.
Vielleicht liegt es gar nicht an der Lernmethode
Das ist der nächste wichtige Punkt.
Manchmal lernen Kinder durchaus vernünftig – und kommen trotzdem nicht weiter.
Dann kann die Ursache eine ältere Lernlücke sein.
Mathematik ist dafür ein gutes Beispiel.
Wer das Einmaleins noch nicht sicher beherrscht, kann bei komplexeren Rechenaufgaben Schwierigkeiten bekommen. Wer Bruchrechnung nicht verstanden hat, wird später möglicherweise auch bei darauf aufbauenden Themen Probleme haben.
Dann hilft es wenig, ausschließlich das aktuelle Thema immer wieder zu üben.
Man muss zunächst herausfinden:
Wo ist die Lücke entstanden?
Das gilt nicht nur für Mathematik.
Auch Rechtschreibung, Grammatik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften bauen in vielen Bereichen auf bereits vorhandenem Wissen auf.
„Mit Mama konnte ich es doch!“
Auch das hören Eltern häufig.
Zu Hause funktioniert eine Aufgabe plötzlich. Mama oder Papa sitzt daneben, gibt einen kleinen Hinweis – und schon findet das Kind den richtigen Lösungsweg.
In der Klassenarbeit klappt es trotzdem nicht.
Das kann einen einfachen Grund haben:
Die Unterstützung zu Hause war Teil des Lösungswegs.
Ein kleiner Hinweis wie „Denk noch einmal an die Formel“ kann bereits reichen, um das Kind in die richtige Richtung zu lenken.
In der Klassenarbeit fehlt dieser Impuls.
Deshalb ist es wichtig, am Ende einer Lerneinheit zu überprüfen:
Kann mein Kind die Aufgabe wirklich komplett alleine lösen?
Mehr lernen kann sogar zusätzlichen Frust erzeugen
Wenn ein Kind bereits viel lernt und die Ergebnisse trotzdem ausbleiben, kann die Forderung nach immer noch mehr Lernzeit problematisch werden.
Das Kind erlebt:
„Ich strenge mich an und trotzdem reicht es nicht.“
Deshalb sollte spätestens an diesem Punkt nicht einfach die Lernzeit erhöht werden.
Stattdessen sollte man die Ursache suchen:
Fehlen Grundlagen?Passt die Lernmethode?Kann das Wissen selbstständig abgerufen werden?Versteht das Kind die Aufgabenstellung?Wird rechtzeitig mit dem Lernen begonnen?Oder bestehen Schwierigkeiten nur in bestimmten Bereichen?
Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, was als Nächstes getan werden sollte.
Nicht mehr lernen – gezielter lernen
Genau hier knüpfen wir bei SchoolsOut – Profi-Nachhilfe & mehr an.
Unser Ziel ist nicht, einem Kind nach einem langen Schultag einfach noch zusätzliche Arbeitsblätter hinzulegen.
Wir möchten herausfinden:
Was kann das Kind bereits – und wo beginnt die eigentliche Schwierigkeit?
Darauf aufbauend können Grundlagen wiederholt, Lernlücken geschlossen, Lernstrategien verbessert und aktuelle Unterrichtsinhalte gezielt geübt werden.
Denn Nachhilfe sollte langfristig nicht zu immer größerer Abhängigkeit von Unterstützung führen.
Im Gegenteil.
Das Ziel sollte sein, dass aus:
„Ich kann das nicht.“
zunächst
„Ich verstehe, wie es funktioniert.“
und schließlich
„Ich kann das alleine.“ ❤️
wird.
Wenn Lernen zu Hause nicht mehr weiterführt
Wenn Ihr Kind viel lernt und trotzdem kaum Fortschritte macht, Hausaufgaben regelmäßig zur Belastung werden oder immer wieder dieselben Schwierigkeiten auftreten, sprechen Sie uns gerne an.
Bei SchoolsOut unterstützen wir Schülerinnen und Schüler von der Grundschule bis zum Abitur in Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch, Physik, Chemie und DaZ/DaF sowie bei Legasthenie/LRS und Dyskalkulie.
📍 SchoolsOut – Profi-Nachhilfe & mehrSaarbrücker Straße 63 · 66292 Riegelsberg📱 WhatsApp: 06834 19418☎️ 06806 9827633
💚 Nur Ihr Kind zählt.
➡️ Hausaufgaben ohne Hausfriedensbruch – Teil 3:„Richtig lernen lernen: Welche Lernmethoden wirklich funktionieren – und welche wir häufig überschätzen.“



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